Gücü verliert „Die Schlammschlacht von Wilmersdorf“ in der letzten Spielminute

Gibt es den Fußballgott eigentlich wirklich? Das werden sich die Anhänger des beliebten Drittligavereins Berlin Gücü nach der letzten Partie gegen den starken Ligakontrahenten Halbe Lunge Berlin gefragt haben. Es ist zwar seit langem unbestritten, dass der Fußballgott mit Berlin Gücü die schönste aller Fußballmannschaften geschaffen hat, aber irgendwie scheint es so, dass der allmächtige Oberkicker zum Ende der Spiele doch dann immer zu den Gegnern der Gücüs hält.

So begab es sich an diesem letzten Sonntag, dass mal wieder nur elf Gücüs, dem ekelhaften Wetter zum Trotz, am Sportgelände Stadion Wilmersdorf eintrafen. Die im Folgenden genannten Umstände führten dann zu einem unentspannten Anfang der Partie. Zunächst ist da der Platz zu nennen, der sich durch die Regengüsse des Morgens als ein Meer aus Pfützen präsentierte. Zudem waren die Seitenauslinien wieder nicht zu erkennen und auch die Temperatur (gefühlte 1,5 Grad) trug nicht gerade positiv zum „Zauber des Augenblicks“ bei. Gücü begann die Partie gegen den respektvoll erwarteten Gegner dann auch noch mit nur acht Mannen, da Lutz, Abdul und Bud noch stylend und umziehend an die Umkleide gebunden waren. Die Aufstellung wurde dann ziemlich bald nach Anpfiff auf dem Feld komplett gemacht und erwies sich als recht effizient. Gücü spielte nämlich gut mit, obwohl der Gegner in Jugend und Technik überlegen war, und unser Team weit von seiner Bestbesetzung entfernt auflief. Dem erbitterten Kampf der Gücüs zum Trotz war der Gegner kaum zu bändigen, wodurch dann bald, durch einen Stellungsfehler in der Abwehr, das 1:0 für Halbe Lunge zu verzeichnen war. Die Halbe Lunge-Fans jubilierten. Gücü aber ließ sich nicht hängen und spielte immer wieder schnell nach vorne, wodurch der Gegner zumindest zeitweise beschäftigt werden konnte. Nach einem dieser schnell vorgetragenen Angriffe war dann ein Abwehrspieler der Atmungsorgane gezwungen, einen Rückpass auf den Torwart zu spielen. Dieser gab sich dann anschließend größte Mühe, als Pibliza II in die Geschichte einzugehen. Er nahm den Ball so an, dass er auf seinen Kopf sprang, dort jonglierte er die Kugel noch für zwei Hüpfer, um ihn dann zur Freude der Gücüs ins eigene Tor zu köpfen. Gücü war nicht nur amüsiert und zurück im Spiel, auch schien der Fußballgott die schönen Gücüs gerade zu mögen. Die erste Halbzeit endete 1:1.
Auch in der zweiten Halbzeit setzte Gücü die Taktik des schnellen Spiels nach vorne konsequent um. Auch wurde früh gestört und leidenschaftlich gekämpft, was sich bald in Feldüberlegenheit zu Beginn der zweiten Halbzeit niederschlug. Dann klingelte es! Bud hatte kurz hinter der Mittellinie gelauert und sich im Luftkampf gegen eine halbe Lunge durchgesetzt. Sein Kopfball fand den Lauf von Mimo – Power of Palestinia –, der mit einem 180°-Move einen Gegner aussteigen ließ, kurz und unwiderstehlich antrat und fulminant und flach unten links abschloss. 2:1 für Gücü! Schlammverkrustete aber glückliche Gücüs lagen sich feiernd in den Armen. Die Halben Lungen reagierten darauf wie ein Bienenstock auf den Imker. Aggressiv und schnell setzten die jungen Burschen nun zu einer gewaltigen Schlussoffensive an, und Gücü hielt tapfer dagegen. Ein ums andere Mal durchbrachen die Lungen dann aber doch die Abwehrreihen der Gücüs und hielten stramm auf den Kasten, doch hatten sie nicht mit „Dominating Dominic“ gerechnet. Dieser fischte mit katzenhaften Reflexen drei, vier 1000Prozentige von der Linie und demoralisierte dadurch den Sturm der Gegner. Allem Kampf zum Trotz fand dann aber doch ein Ball der Gegner seinen Weg in die Gücü-Maschen. Die jugendliche Verbissenheit der Halben Lungen hatte sich ausgezahlt. Neuer Spielstand: 2:2. Es sah nun alles danach aus, als ob das Spiel unentschieden ausgehen würde, doch dann wurde zu einer letzten Ecke gepfiffen. Die Gücüs, stehend KO und unorganisiert, übersahen drei freistehende Stürmer des Gegners, wovon einer dann die entscheidende Bude machte. Gücü verliert das Spiel 2:3.
Fazit: Unbestritten das beste Spiel von Gücü in dieser Saison und das, obwohl weder alle Leistungsträger noch Auswechselspieler zugegen waren. Das gibt Selbstbewusstsein! Unbestritten ist allerdings auch, dass Gücü nach wie vor die Kondition von professionellen Biertrinkern vorzuweisen hat und sich dann nicht wundern muss, wenn der Fußballgott in der letzten Spielminute enttäuscht die Fronten wechselt.
Wir danken an dieser Stelle „Dominating Dominic“, der sich durch seine unwiderstehlichen Paraden in die Herzen der Gücüs gekeept hat, sich nun aber einer Karriere als Feldspieler zuwendet. Danke!

2 Kommentare zum Artikel “Gücü verliert „Die Schlammschlacht von Wilmersdorf“ in der letzten Spielminute”

  1. Dominic meint dazu:

    Bis jetzt hatten wir ja wirklich alles Pech dieser Fußballwelt auf unserer Seite. Insofern kanns ja nur besser werden;) Möchte hiermit aber um Umbenennung in “Delirium-Dominic” bitten, selbigem ist es nämlich zuzuschreiben dass ich das ein oder andere Mal lautstark die Contencane verliere;) Nochmal “sorry” an alle spontanen Opfer und viel Glück für die kommenden Spiele. Ich begebe mich auf Talentsuche in den schönen Südwesten und übe fleißig Nerven-keeping;)

  2. Dulle - Halbe Lunge meint dazu:

    Hi - ja gutes Kampfspiel auf unmöglichem Boden. Wenn euer Keeper nicht so
    stark reklamiert hätte wäre das letzte Tor wohll nicht gefallen.
    Bleibt anzumerken das unser Piplica 2 sich jetzt auch wieder seiner Feldspielerkarriere
    widmen wird :-) (Bis wir wieder mal keinen Keeper haben)
    Hoffe im Rückspiel auf Kunstrasen - cu

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