Souveräner Sieg gegen die Kindl Kickers

[bud] Seelenruhig und doch hochkonzentriert schritt der Interimscoach Kannenberg an diesem kühlen und feuchten Samstag über den Kunstrasen am Kühlen Weg, während sich seine Mannen den obligatorischen Aufwärmübungen widmeten. In Huub Stevens-Manier kritzelte er dabei teils versunken teils nachdenklich aufblickend Notizen auf seinen Zettel, um dann jeden einzelnen Spieler in seinen Übungen kurz zu unterbrechen, um ihm Position und Taktik in seinem Schlachtplan gegen die Kickers zu erläutern.

Es zeigte Wirkung. Hochmotiviert starteten die Gücüs in die Partie, wobei von der ersten Minute an zu erkennen war, wohin es die Gücüs zog - zum gegnerischen Tor. Die vergebenen Punkte aus der letzten Woche schienen das Team, das in fast unveränderter Aufstellung auflief, noch zusätzlich anzutreiben. Allen voran riss Lenni das Spiel an sich, der immer anspielbar und dribbelstark das offensive Mittelfeld von der ersten Minute an für sich beanspruchte. So waren erste wenige Minuten gespielt, als eben dieser in halbrechter Position und Strafraumnähe den Ball unter Kontrolle brachte, kurz durchstartete und die Pille unhaltbar und stramm getreten im unteren linken Eck versenkte. 1:0 für Gücü!

Torschütze Lenni mit Blut am Trikot

Nach dieser frühen Führung passierte nun etwas Gücü-untypisches - Das Team von Kannenberg kontrollierte weiterhin Ball und Gegner, sodass die Kickers nur schwer ins Spiel und vor allem selten gefährlich vors Tor kamen. Ganz anders die Gücüs. Der Ball lief gut, viele Pässe fanden den Mitspieler, und auch die Kommunikation unter den Spielern stimmte. Tim, der in der letzten Woche bereits viel Anerkennung durch die anderen Mitspieler geerntet hatte, ordnete und koordinierte auch heute wieder das Abwehrbollwerk der Gücüs. Diesen Job erledigte er mit Bravour, wodurch Gücü nun dem lange vermissten David nicht länger nachzutrauern braucht. Durch die guten spieleröffnenden Pässe der Abwehr, das flexibel, schnell und kämpferische agierende Mittelfeld und die ständig auf einen Ball lauernden Spitzen, erhöhte Gücü weiterhin den Druck und kam somit zwangsläufig zu weiteren Chancen. So auch in der 21. Minute, als Gücü eine Ecke zugesprochen bekam. Tim war mit nach vorne geeilt, was sich auch gleich auszahlte. So schraubte er sich im Strafraumgetümmel am höchsten und versenkte seinen Kopfstoß gnadenlos im Netz. 2:0 für Gücü, was dann auch nach weiteren Chancen das Halbzeitergebnis war.

Nach Wiederanpfiff der Partie stellte sich ein weiteres neues und sehr lobenswertes Phänomen ein - Gücü spielte weiterhin erfolgreich und bedacht nach vorne. Der neue Gücükampfgeist war dabei nicht nur zu spüren, sondern auch schon bald zu sehen. So hatte sich der famos aufspielende Lenni vorsorglich eine alte Wunde wieder aufgerissen, um mit dem Blut sein Trikot zu besudeln. Das schindete zusätzlich Eindruck. Es war noch nicht viel Zeit in der zweiten Halbzeit vergangen, da wurde es an der Seitenlinie leidenschaftlich. “Jungs, ich bin jetzt da”, verkündete der Orientturbo Murat an der Seitenlinie, wo er auf seinen Einsatz fiebrig wartete. Schon bald auf dem Platz und alle Anweisungen des Trainers obligatorisch missachtend, stand Murat dann in der 67. Minute goldrichtig für einen steil geschlagenen Pass aus dem Mittelfeld, den er mit einer Mordswucht aus wenigen Metern im gegnerischen Tor versenkte. Gücü bejubelte das 3:0, und so manch einer konnte einen Kuss vom Torschützen erhaschen.

Während der Gegner nunmehr alles wirkungslos nach vorne warf, spielte Gücü weiterhin bedacht und kam so zu weiteren Chancen. Triesch hingegen hatte heute wenig zu tun, hielt aber alles, was auf seinen Kasten kam, souverän. Vorne wirbelt Gücü weiter und hätte den Sieg noch deutlicher machen können, doch verfehlten die Schüsse von Lukas, Jan und auch den Sturmspitzen das gegnerische Gehäuse nur knapp. Beinahe hätte sogar der bei einer Ecke mit aufgerückte Krille einen Kopfballtreffer erzielt, doch kam er leider nicht richtig hinter den Ball, wodurch dieser über die Latte segelte. Den Abschluss machte Bud, als er mit einem angeschnittenen Schuss aus der zweiten Reihe nur kapp den Winkel verfehlte.

Die Gücüs feiern ausgelassen ihren 3:0 Erfolg gegen die Kindl Kickers

Fazit: Eine geschlossene Mannschaftsleitung, bei der die Integration der neuen Spieler wunderbar funktionierte, brachte Gücü den wohlverdienten 3: 0 Sieg. Einzig die Chancenverwertung und die teilweise kaum vorhandene Kondition einiger Spieler sind hier als Kritikpunkte anzubringen. Fraglich bleibt, ob Gücü in Zukunft im Stande sein wird, diese Form auch trotz eines Rückstandes abzurufen. Wenn dann aber das Trainergespann wieder komplett, alle Spieler vor Ort sind und die Kondition und Spielfreude weiterhin ansteigen, sollte einer erfolgreichen Rückrunde nichts mehr im Wege stehen!

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